|
Was
mit dem Schiff nach Cooks erster
Reise geschah
Als
Captain James Cook nach seiner
ersten Reise in England ankam, wurde
er mit Jubel empfangen. Es schien
kaum fasslich, dass ein Einzelner
den jahrhundertealten Mythos des
sagenhafte „Südkontinents“
entschleiert, die Ostküste
Australiens, Hawaii und viele andere
pazifischen Inseln entdeckt,
Neuseeland zeichnerisch erfasste,
Berings Entdeckungen in der Arktis
bestätigt und die Kartographie und
Navigation einen großen Schritt
vorwärts gebrachte hatte.
Und
was geschah mit seinem
Expeditionsschiff, der „Endeavour“,
die nach damaligem Brauch nur als
„His Majesty’s Armed Transport“
klassifiziert worden war? Es hatte
starke Beschädigungen durch den
Schiffsbohrwurm (Teredo navalis)
erlitten und wurde deshalb
trotz
ihrer bemerkenswerten Leistungen
während der Weltumsegelung nur eine
Woche nach der Rückkehr am
12.07.1771 ausgemustert und nur noch als
Transportschiff für die Navy
benutzt.
Im
März 1775 wurde die „Endeavour“ für
625 Pfund an den Engländer J.Marther
verkauft, der sie in „Lord Sandwich“
umbenannte und, wie in ihren frühen
Jahren, wieder zum Transport von
Kohle einsetzte.
Während des amerikanischen
Unabhängigkeitskrieges wurde das
Schiff im Februar 1776 als
Truppentransporter nach Amerika
geschickt. Dort wurde sie dann als
Gefängnisschiff.
verwendet. Als sie im August 1778 im
Hafen von Newport vor Rhode Island
ankerte, wurde dieser von den
kolonialischen Truppen und den mit
ihnen verbündeten Franzosen
belagert. Die Britische Besatzung
befahl darum, alle im Hafen
liegenden Schiffe zu versenken. Die
so zerstörten englischen Schiffe,
unter ihnen auch die „Lord
Sandwich“, wurden notiert, damit
ihre Besitzer einen Ausgleich für
den Verlust ihrer Schiffe erhalten
konnten.
Erst
im Mai 2006 entdeckten Archäologen
Wrackteile von diesen Schiffen in
der Bucht von Narragansett, ungefähr
zwei Kilometer weit von Newport
entfernt. Mit speziellen Geräten und
historischen Karten, fanden die
Forscher im rund zehn Meter tiefen
Wasser die Wracks von vier Schiffen.
Bei
einem dieser Schiffe könnte es sich
tatsächlich um die ehemalige
Endeavour handeln, da bestimmte
Wrackteile, wie ein 24 Meter langer
Balken, darauf hin deuten.
Allerdings kann man sich erst dann
vollkommen sicher sein, wenn die
restlichen sieben Wracks der 13
gesunkenen Schiffe gefunden worden
sind.
Außer
den Wrackteilen aus Holz wurden noch
Kanonen, alter Schiffsballast, ein
Anker und eine britische Teekanne
aus dem 18. Jahrhundert entdeckt.
Trotz
dieser Funde entschlossen sich die
Archäologen die Schiffswracks nicht
zu bergen.
|